Jetzt mal Klartext – Wir machen unsere Arbeit großartig!

Montagmorgen. Ok los geht’s. Erstmal aufstehen. Ist die Nacht tatsächlich schon vorbei? ich bin doch gerade erst ins Bett gegangen. Ein Blick auf die Uhr. Tatsache. Naja… aufstehen, Zähne putzen. Anziehen. Kind wecken, auch anziehen. Mein Mann schleicht auch schon zwischen uns rum. Und das Baby ist auch schon wach. Wir treffen uns alle am Frühstückstisch. So leicht läuft’s natürlich nicht.

Bis wir am Frühstückstisch sitzen hatten wir, also ICH und mein Sohn, schon 3 Diskussionen und eine Erziehungsschlacht. Da der Weg zum Frühstückstisch ganz überraschend nicht so schnell von Statten ging, drängt die Zeit nun etwas. Schnell die Brotzeit für die Kita machen. Frühstück für mich heißt übrigens im Vorbeirennen am Frühstückstisch einen Schluck Kaffee trinken und Tasse wieder hinstellen. Für meinen Mann bedeutet es gemütlich Zeitung lesen, parallel am Handy spielen, während mein Sohn (3) über den voll gedeckten Tisch zu meinem Platz rüber krabbelt, weil er lieber meinen Muffin essen will, statt das von ihm gewünschte Milchbrötchen. Ahhh neeeiinn… ich sehe es grad so aus dem Augenwinkel aus der Küche. Ich stürme aus der Küche und betreibe Schadensbegrenzung.

Ich möchte nicht schon morgens innerhalb von 30 Minuten ein neues Set Klamotten aus dem Kinderzimmer holen. Kinderzimmer ist im 1. Stock. wohlbemerkt. Zeit ist ein kleines Gut bei uns am Morgen. Mein Mann hat es noch nicht mal bemerkt. Ich meine er sitzt direkt daneben. So, mein Sohn sitzt wieder auf seinem Platz. Mein Mann schaut auf, schaut mich ganz abwesend an und frägt „was?“. Faszinierend finde ich das. So, nun zu meinem zweiten Sohn. Windel wechseln. Wieder anziehen. Milch hat er schon vor einer Stunde bekommen. Fertig.

So auf zur Kita. Anziehen: Jacke, Schuhe, Mütze. Es ist Frühling „Mama ich will die Winterschuhe anziehen“, „nein Schatz, die sind zu warm“, „ich mag aber die Turnschuhe nicht“ (alles klar…)  wenn ich eines gelernt habe dann, dass ich mich nicht auf jede Schlacht einlassen muss. Jedes Buch und jeder Ratgeber schreit vermutlich jetzt laut auf, man soll Konsequent sein und sich durchsetzen. Ja, schon klar. Aber… ehrlich… es ist mir völlig egal ob er die Winterschuhe anzieht oder die Turnschuhe.

Ich bin sehr oft sehr konsequent. Der böse Cop sozusagen. Aber ich lerne auch was von meinem Sohn und by doing, und ich bin für Kompromisse bereit. Ich bin bei Gott nicht allwissend und ich mach bestimmt auch nicht alles richtig, aber das ist auch überhaupt nicht notwendig. Am Ende habe ich einen Korinthenkacker geschaffen, der nicht über den Tellerrand schaut und keinen Raum für das wirklich Wichtige im Leben lässt. Es ist wichtig man selber zu sein und echt. Und vertreten zu können was man tut.

Unsere Kinder sind keine Maschinen. Kein Ratgeber der Welt hat einen passenden Rat für mich wenn mein Kind vor mir steht und seine Welt gerade zusammenbricht, weil der Igel der seit vermutlich Monaten bei uns im Garten Winterschlaf gehalten hat, jetzt weg ist. Man muss manchmal auf sein Herz hören und mit dem Herzen schauen, was unser Schatz gerade braucht. Auch wenn mich meine Schwiegermutter anschaut als wäre ich ein Idiot, nur weil ich es anders mache wie es die Pädagogik sagt. Ich sehe überhaupt nicht ein perfekt zu sein, während alle anderen es nicht sind. Hat das Kind gute Manieren hat der Papa gute Arbeit geleistet. Hat das Kind schlechte Manieren, hat die Mama versagt.

Ich setze mich mit meinen Kindern auseinander, ich führe die kleinen Kriege und Schlachten. Ich tröste meine Kinder und rede mir den Mund fusselig, mit was nicht alles passieren kann, wenn er auf die Straße läuft oder wenn er auf dem Tisch rum hüpft. Ich mach es. Wir machen es. Die Mamas. Wir stehen das mit unseren Kindern durch. Wir kümmern uns.

So, mein Sohn ist erfolgreich in der Kita abgeliefert. Ein Blick auf meine morgendliche To Do Liste verrät mir was es heute alles zu tun gibt. Als erstes Wäsche in die Waschmaschine, einschalten.

Punkt 1 check, erledigt. Punkt 2 check, erledigt. Nach und nach erledigen sich alle Punkte auf der To Do Liste. Gut, denn es ist schon 12 Uhr. Waschmaschine ist fertig. Wäsche schnell in Trockner und neue Ladung in die Maschine. Jetzt schnell Mittagessen, solange das Baby noch schläft. Mist, das Baby ist aufgewacht… So, Schatz schläft wieder. Zurück in die Küche, essen. Auf dem Weg nach oben habe ich im Flur die mit Schlamm verschmutzen Schuhe von meinem Sohn gesehen, die ich seit Tagen putzen will. Schon wieder Mist. Dann putz ich die jetzt halt auch noch schnell.

Jaja ich weiß schon, kennen wir alles zu genüge, oft genug gelesen und das ist untertrieben. Alle reden davon. Wir sind Mutter, Hausfrau, Taxi-Fahrer, Seelsorger, Lehrer, Psychologe, Pädagoge, Putzfrau, Berater, Krankenpfleger, Betreuer, Techniker, persönlicher Entertainer und der beste Manager der Welt. Und wenn mein Mann abends heimkommt und die Wohnung ist aufgeräumt, die Wäsche gemacht und das Essen steht auf dem Tisch und mich frägt „Was hast du heute eigentlich gemacht“ denke ich mir, ich bin der beste Manager der Welt und sage zu meinem Mann „ich habe heute in der Nase gebohrt und meine Haare frisiert“. So ein Spruch kann nur mit Humor genommen werden. Nur eine Mama weiß, was sie leistet und sie leistet Großartiges. Während unsere Männer abends auf der Couch sitzen und Fernseh schauen oder am Frühstückstisch Zeitung lesen spielt sich parallel das wahre Leben ab von dem sie nichts mitbekommen. Hätte ich zusätzlich zu alledem noch den Rasen gemäht, hätte er gesagt „oh Rasen gemäht, du bist ja ein fleißiges Bienchen“. Aber wenn ich dann abends erschöpft vom Tag meinen Sohn ins Bett bringe und er zu mir sagt „Mama ich hab dich auch lieb“ und „Daankeee Mamaa, dass du mich ins Bett bringst“, dann weiß ich, dass es das alles wert ist.

In diesem Sinne allen noch eine schöne Restwoche.

Viele Grüße aus der Mamawelt

Verfasst von

Ein Mamablog über das Mama-sein und das wundervolle Leben mit unseren Kindern: bunt und lebendig.

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