Urlaub auf Norderney

Wie das Land so der Wind, friesisch herb
Raus aus dem Alltag – rein ins Leben

Das ist der Urlaub schlechthin, für jede Mama. Raus aus dem Alltag. Aber mit der Familie. Keine Termine, keine Verpflichtungen, kein Haushalt. Das Essen muss nicht pünktlich auf dem Tisch stehen. Zudem muss ich mich nicht unbedingt morz aufstylen. Die ersten Schritte vor die Türe würden mich wieder so aussehen lassen, als wäre ich gerade erst aufgestanden. Denn hier windet es. Ziemlich sogar. Eigentlich den ganzen Tag. Ich könnte eine Mütze anziehen, aber dafür brauche ich meine Haare nun wirklich nicht zu kämmen. Und wenn ich sie doch mal kämmen mag, dann tu ich es eben.

Es geht nach Norderney. 10 Tage. Echt tolle Insel. Nicht zu warm und nicht kalt. Oft frisch, aber eigentlich genau das Richtige für uns. Wir fahren mit dem Auto und unserem Platzjoker, der Dachbox!  Ich schwöre, ich fahre nirgends mehr hin, ohne meine Dachbox. Die Fahrt ist lange und zieht sich ganz schön. Wie es halt ist im Auto, jeder quäkt mal, jeder braucht mal was und oft müssen alle die Schnauze halten, weil einer oder zwei schlafen. So ist das halt. Aber wenn alle wach sind, kann man auch mal Spaß haben und lachen. Ganz abgesehen vom Boxenstopp beim McDonalds. Das gehört dazu.

Nach 6-8 Stunden Fahrt sind wir angekommen. Und dann geht’s mit der Fähre rüber auf die Insel. Das ist cool. Das finden auch alle 3 Hühner. In der Ferienwohnung angekommen müssen erstmal grundlegende Dinge festgelegt werden. Wer schläft wo, warum und warum verdammt nochmal passt das Babybett jetzt nicht ins Schlafzimmer. Grrrr…. Hmm, das bringt alles durcheinander. Der Mini muss im Wohnzimmer schlafen. Ist aber der Erste, der ins Bett geht. Naja Gott sei Dank gibt’s hier fast in jedem Raum einen Fernseher. Nur im Klo nicht, sonst überall.

Die Räume zugeteilt, inkl. dem Computer-Spielzimmer für den Maxi, verteilen wir die Taschen in der ganzen Fewo, ungefähr da, wo es gebraucht wird. Naja, wie schon erwähnt, wirklich Platz ist in den Schlafzimmern ja nicht. Also werden die Taschen im Flur an der Seite geparkt, gar nicht so unpraktisch. Geht.

So, dann erstmal kurz hinsetzen und kurze Pause. Die Kleinen haben Hunger, also erstmal was organisieren. Der Mini bekommt eine Milchflasche, der Midi was anderes. Und der Maxi hängt schon am Kasten.

Urlaub mit Kindern ist ja immer alles Mögliche. Auch entspannend. Ein Tapetenwechsel, laut, wild und chaotisch nach wie vor. Irgendwo fast genauso stressig, wie sonst auch. Und Arbeit hat man eigentlich auch nach wie vor, aber alles anders. Und… die kleinen Terroristen sind genauso um 6.30 Uhr am Morgen ausgeschlafen, wie sonst auch. Aber alles ist etwas entspannter, weil wir schließlich im Urlaub sind und keine Termine haben. Keine Kita. Kein Einkaufen mit Zeitdruck. Kein Alltagsscheiss. Mal anderes Kino. Und man hat mal Zeit, gaanz lange mit seinen Kindern zu spielen, ohne den ständigen Haushalt im Nacken.

Hier auf der Insel läuft man spazieren, schlendert gemütlich oder gleitet entspannt mit seinem Fahrrad durch die Straßen und Gassen. Und die Fahrräder hier, sind Super Nostalgie Fahrräder, die wirklich mehr Nostalgie, als Technik sind und es macht richtig Spaß. Wir hatten es nie eilig, wir waren da, wenn wir da waren. Ideales Kontrastprogramm zum Alltag. Auch für die Kinder. Jede Krabbe oder Qualle, die sie am Stand gefunden haben, war ein Fest.

Das Schöne hier, ist tatsächlich, dass wir alles mit dem Fahrrad machen können. Wir radeln zum Bäcker. Wir radeln zum Strand. Oder wir radeln einfach auf der Insel herum. Und das ist echt mal schön und etwas anderes. Zu den Fahrrädern für alle haben wir uns einen Fahrrad-Hänger mitgemietet. Das haben wir uns auch alles gleich am ersten Tag besorgt, damit sich die Miete auch lohnt. Den Hänger kann man auch zu eine Art Kinderwagen umfunktionieren, mit dem haben wir dann auch gleich mal Lebensmittel besorgt.

Ich fahre ja gerne Auto, aber der Grund warum wir jetzt das zweite Mal nach Norderney gekommen sind, ist wegen des Flairs, dem Wind und weil wir den ganzen Tag gechillt radeln können. Hier dürfen nur kurz und ausnahmsweise Autos fahren. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, dass das so ein Unterschied macht und so viel vom Stress nimmt.

Meist zieh ich mich leger an. T-Shirt und stylische Jogginghose, + eine kleine Jacke, denn es windet. Immer. Fertig. Yuhuu, das macht Spaß :-). Hier auf Norderney trag ich nur Faltencreme, Foundation und dem Wind im Gesicht. Der Wind weht mir auch durch die Haare und riecht friesisch herb. Nach Freiheit und raus-aus-dem-Alltag. Mal was anderes zu meinem Mami-Alltag, mir weht regelrecht der Wellness-Wind übers Gesicht.

Ich müsste mich eigentlich auch nicht schminken, denn die Fortbewegung findet zu Fuß oder mit dem Fahrrad statt. Da der Fahrtwind so intensiv ist, tränen meine Augen sofort und in wenigen Minuten sehe ich aus wie ein Waschbär auf Drogen, da mir mein Mascara übers Gesicht läuft. Also das lassen wir auch weg. I-like.

Auch mein Mann schaut mich am Morgen ganz fassungslos an, weil ich so schnell wieder aus dem Bad komme, *lach*.  Die Männer wollen ja immer die Eierlegendewollmilchsau; super Sexy, toll geschminkt und gestylt, aber alles am besten innerhalb von 5 Minuten, damit wir auch ja gleich loskönnen.

Tag 5: wir sind jetzt schon 5 Tage auf der Insel, jetzt fühl ich mich doch unwohl in T-Shirt, Jogginghose und nur mit Faltencreme, Foundation und dem Wind im Gesicht. Alles klar, heute style ich mich mal wieder. Einfach so. Haare schön gemacht. Schön geschminkt. Und nett angezogen. Ach, da fühlt man sich doch gleich schön und sexy, wenn man so aufgebrezelt aus dem Haus geht. Ein paar Tage mal locker lassen ist ja ganz schön, aber dann doch lieber wieder schön machen. Ich freue mich.

Heute steht auf dem Plan, dass wir um die Insel fahren. Natürlich mit dem Fahrrad. Alle freuen sich über den Tagesausflug. Wir haben ja den tollen Fahrrad-Hänger, in den wir beide Kleinen reinbekommen. Super! Der Maxi fährt selber.

So, ja… losgehen. Äh… läuft bei uns irgendwie immer gleich ab. Der Midi kanns immer nicht erwarten und der Mini krabbelt in das Treppenhaus hinterher. Zur Treppe, die nach unten geht. Ich, muss „noch schnell“ ein paar Sachen zusammensuchen und packen. Getränke, Wechselsachen, Kekse. Sonnencreme und Sonnenmütze. Schnulli. Wasser. Wichtig! hat sich alles bewährt.

Das dauert dem Maxi natürlich auch alles viel zu lange und somit meinem Mann auch. Also nur Gebrüll; alles zwischen „Warte bitte“, „komm jetzt endlich“, „kannst du mal schnell…“, „Achtung das Baby fällt…“, „jetzt muss ich nochmal auf Klo“ bis hin zum Maxi, der mittlerweile frägt, ob er wirklich mitmuss. *augenroll*

So, Fertig. Endlich unten angekommen, stehen alle vollzählig vor der Türe; die Räder inkl. Hänger startklar. Wie auch Zuhause, (Überraschung!) dauert es, bis alle Kinder dort sitzen, wo sie sollen. Während mein Mann die Kinder einpackt, schaue ich mich um und nehme den leicht frischen Wind wahr und ignoriere ihn erstmal. Ich verstaue Rucksack und Krempel im Hänger und frage mich, ob ich nicht vielleicht etwas zu dünn angezogen bin für diesen Wind. Jetzt, wo ich mir ein schönes Oberteil angezogen habe und mich so schön zurecht gemacht habe. Ich schaue in die Wolken und überlege kurz… nochmal nach oben?! Mist. Sweat Jacke geschnappt. Und Regenjacke. Alles über das schöne Oberteil drüber *traurigschau*. An der Türe kehrt gemacht, am besten, ich zieh gleich meine Jogginghose wieder an, es ist heute schon recht frisch draußen, denn gestern hats wieder geregnet; da wird’s dann gleich wieder kühler. Hat sich ja wieder mal voll gelohnt.

Wieder unten angekommen, alle startklar nur auf mich wartend. Es geht los. Mittlerweile weht ein wilder Wind. Freundlich aber bestimmt. Vor allem während der Fahrt. Und meine Frisur? …sitzt dann wohl auch nicht mehr (Drei-Wetter-Taft… die Frisur sitzt (leider nicht mehr), wo wir doch erst 10 Minuten draußen sind. Bei dem bissl Wind. Tz…

Heute wollen wir uns unter anderem den Leuchtturm auf der Insel anschauen. Nach zwei Stunden gemütlichem umherfahren, tränen jetzt auch meine Augen dauerhaft. 11 Uhr. Meine Schminke verläuft. Auch dort hilft kein Drei-Wetter-Taft mehr. Naja. Schadensbegrenzung betreiben. Taschentuch, wo bist du? Ach mennoo… gestern waren noch welche in meiner Jackentasche. Es ist echt ein Phänomen… Sonst fliegen mir die doofen Feuchttücher und Tempos dieser Welt im Weg herum, kaum brauche ich eines, sind sie alle weg *knurr*.

Am Leuchtturm angekommen, war dieser eigentlich schnell besichtigt. Nur mein Mann ist mit dem Midi den Leuchtturm hinaufgestiefelt, der Mini und der Maxi sind mit mir unten geblieben. Dann haben wir noch ein paar Fotos geschossen und sind am nahegelegenen Strand herumgelaufen um was-auch-sonst, Krabben und Quallen zu suchen. Dann haben wir uns wieder auf den Rückweg gemacht. Der Maxi hatte mittlerweile schon schlechte Laune und die Abstände der Frage, wann wir denn wieder nach Hause fahren, wurden immer kürzer.

Für den weiten, weiten Weg zum Leuchtturm, haben wir uns nun in einem kleinen Restaurant auf der Sonnenterrasse einen mega Eisbecher gegönnt. Nichts ahnend, was uns die Rückfahrt bereithalten würde, haben wir uns über das Eis gefreut und waren stolz auf uns, über die so tapfer gemeisterte (gemütliche und gechillte) Fahrt zum Leuchtturm. Riesen Eisbecher essen, das macht doch den Urlaub erst aus, oder?

Da der Midi ja nicht stillsitzen kann, ging mein Mann mit ihm zum Spielplatz neben der Sonnenterrasse. Zudem saß er ja die Fahrt über immer im Hänger und hat sich einen ab-ge-faulenzt. Aber der Midi ist es, der eigentlich die Bewegung braucht. Der Mini hat wieder den Schlaf der Gerechten geschlafen. Recht hat er. Und ich sitze gemütlich auf der Sonnenterrasse und strecke mein Gesicht in die Sonne und warte auf das Eis (Zeit-für-mich-Alarm!!!).

Was wir nicht wussten war, dass wir zum Leuchtturm hin, mit dem Wind gefahren sind. Also der Rückweg war ja überhaupt nicht zu vergleichen mit der Hinfahrt. Keiner hätte noch gute Laune gehabt, wäre die Hinfahrt so ein Desaster gewesen. Wir mussten die ganze Strecke mit erheblichem Gegenwind wieder nach Hause fahren. Also dauerhaft so in die Pedale treten zu müssen mit so einem enormen Widerstand, brachte uns alle an unsere (urlaubsbezogene und unerwartet aufgetauchten) Grenzen. Der Wind kam eindeutig aus der falschen Richtung. Wir dachten einfach die Rückfahrt wird genauso gemütlich. Falsch gedacht. Und der Maxi erst…

Bevor wir Zuhause waren, haben wir noch einen kleinen Zwischenhalt am Stand gemacht; als kurze Pause und damit vor allem auch die Kleinen noch ein wenig rennen konnten, bevor es wieder in die Fewo ging. Denn zwischenzeitlich wurden auch die zwei Kleinen gnatschig und quengelig. Denen wurde in dem Hänger mit der Zeit einfach langweilig. Während wir in kurzer Zeit gefühlt unser Fitnessprogramm für eine Woche absolviert haben, haben sich die Zwerge ja den Hintern platt gesessen. Auch dem Maxi tat das kurze Spiel mit den Kleinen ganz gut.

Die Lage hatte sich dann wieder entspannt. Ein kleiner toter Krebs, eine kleine Qualle, Muscheln soweit das Auge reicht und schon war die Welt wieder in Ordnung, auch für den Maxi. Es wurde dann langsam dunkel und kalt, also fuhren wir wieder weiter, nach Hause.

Meistens ging unser Abend auf dem Bett zuneige. Fix und fertig, lagen alle, wie die Leichen an Ort und Stelle, ohne in der Lage zu sein, sich überhaupt noch einmal zu bewegen. Zumindest in den folgenden 30 Minuten. Eigentlich fast wie jeden Tag. Auch die Kinder waren an diesem Tag ausgepowert und müde.

Worüber wir uns bei der Fewo am meisten gefreut hatten, war die Dachterrasse. Aber die war leider (Überraschung!) überhaupt nicht nutzbar. Der Wind ist dort nur so drüber gefegt. Kein Glas, keine Serviette oder Essen wäre dort stehen geblieben. Ein Jammer. Anfangs hatten wir dort noch unsere Windelmülltüten geparkt, die haben wir schnell wieder reingeholt, die hätte der Wind glatt mitgenommen. Und kaum zu glauben, die richtig riesig fetten Möwen hier, wollten die sogar wegschleppen. Also das ist doch nicht zu fassen, die Möwen sind in Norderney gefühlt so groß wie ein kleiner Hund. Dem Maxi hat am Strand eine Möwe die Wurschtsemmel aus der Hand geschnappt, er konnte sich nur noch ducken… Sachen gibt’s.

Wir haben es auch mehrmals versucht, auf der Terrasse zu essen. No chance. Wir mussten unser Essen unterbrechen und am Küchentisch weiteressen. Ich habe nun mal nur zwei Hände, ich kann nicht die Cola-Dose, die Servietten, mein Essen und das Essen meiner 3 Kinder festhalten.

Nächster Morgen. 6 Uhr, meine Kinder sind wach. Und fit. Und nicht nur das. Sie wollen spielen. Wo ist bitte mein Urlaub hin? So kam es dazu, dass ich zugegebenermaßen eines von vermutlich 3 Malen aufs Jahr gesehen, morgens um 7 Uhr mit meinen zwei Affen zum Bäcker gelaufen bin und Frühstück geholt habe. Sonst ist mein Mann dafür zuständig.

Ich bin immer wieder aufs Neue überrascht, wie schön so ein früher Morgen sein kann. Es hat was Schönes und friedliches. Obwohl alle im Aufbruch in den Tag sind und Ihre Läden startklar machen. Die Luft ist frisch, man ist umgeben von einer bestimmten Ruhe. Es windet leicht. Natürlich. Es ist, als hätte die Nacht alle Sorgen und Probleme vom Vortag weggeweht. Ein neuer Tag. Die Luft wieder sauber.

Und während man so durch die kleinen Gassen schlendert und fast keinem begegnet – wir haben ja die Zeit –  nimmt man wieder diese bestimmte Stille wahr. Eine Frau putzt die Fenster ihres Modegeschäfts. Andere laden Obst und Gemüse aus dem Lieferwagen. Es fühlt sich an, wie ein neuer Morgen mit neuen Möglichkeiten und neuer Motivation. Zieht mich irgendwie mit und ich freue mich über meine eigenen Möglichkeiten.

Aus meiner Träumerei reißt mich mein Midi, der rüber rennt zu einer Statue, die mitten auf einem Platz steht. „Mama, schau mal was ich kann“ er turnt auf den großen Steinen herum, die so groß sind, wie er selber. Ach da ist es wieder. Mein Leben. „Uuhhaa, jetzt blos nicht runterfallen, Schatz“ denk ich mir. Und trotz „no cars, please“  fährt ja trotzdem das eine oder andere Auto über die Insel. Daher muss man auf die Zwerge schon trotzdem aufpassen. Und jetzt wo alle Fahrrad fahren, haben wir nen guten Radl-Verkehr. „Toll, Schatz“ rufe ich rüber…

Mein Mini sitzt im Hänger, den ich jetzt als Kinderwagen vor mir herschiebe. Er brüllt mich nun auch an. Er möchte auch was. Vielleicht Aufmerksamkeit?

Semmeln und Kaffee gekauft, wieder auf dem Rückweg. Genau dasselbe, durch die Gassen geschlendert. Die Leute sind immer noch am Ausladen. Ach, ist das gemütlich hier 😊

Zuhause angekommen, steht mein Mann als Schlafanzugmonster vor mir und ist erstaunt über zwei Sachen: Darüber, dass ich vor ihm wach bin und dass ich beim Bäcker war. Er schmunzelt mich an. „Wo kommt ihr denn jetzt her“.

Wir decken den Tisch und frühstücken gemeinsam. Am Tisch besprechen wir oft den Tagesablauf. Die einzelnen Wünsche und was-wir-unbedingt-heute-erledigen-müssen. Es wollen nicht immer alle raus. Der Maxi will Computer spielen, Ruhetag zuhause. Naja. Der Midi will auch zuhause bleiben. Geht gar nicht, der muss raus, sich bewegen, Energie rauslassen. Und der Mini freut sich über alles, was wir machen, Hauptsache er darf auch mal mitmischen.

Tag 8: Ich will seit Tagen shoppen gehen. Mama only. Glaubst es, nicht möglich. Aber ehrlich gesagt langweilt mich der Gedanke auch ein wenig. Irgendwie will man Zeit für sich, aber irgendwie dann doch nicht. Weil eh alles so entspannt ist. Außerdem sind die Geschäfte begrenzt in Ihrer Produktpalette. Überschaubare Auswahl. Und eine Tasche kann ich auch kaufen, wenn mein Mann mit den Kindern vor der Türe wartet. Mit rollenden Augen wartet. Darüber, dass ich Tasche Nr. 3.765 kaufe *lach*.

Da wir in einer Ferienwohnung wohnen, müssen wir uns auch selbst verpflegen; etwas vom Alltag ist dann eben doch da. Das bedeutet alle zwei Tage müssen wir Lebensmittel einkaufen. Es gibt einen kleinen Lebensmittelladen an der „Ecke“. Wir brauchen Wasser, Brot, Butter. Toilettenpapier. Babybrei. Die Kinder und der Papa wollen Süßigkeiten.

Und den Mittagschlaf für die zwei Kleinen brauchen wir natürlich auch.  Bzw. schläft der Mini sowieso alle zwei Stunden. Aber auch der Midi war im Urlaub noch in einem Alter, in welchem er seinen Mittagsschlaf gebraucht hat, sonst wurde er quengelig. Das schränkte uns dann doch an manchen Tagen etwas ein. Aber mir war auch wichtig, dass meine Kinder in Ruhe schlafen konnten. Aber wer Kinder hat, weiss auch was das bedeutet. Wir brauchen einen Platz, an dem sie auch schlafen können/wollen. Ein Bett aus dem sie nicht rausfallen, ein Raum in welchem sie Ruhe haben.

Zum Beispiel hat unser Mini in den ersten Tagen schlecht geschlafen, da wir im Wohnzimmer die Fenster nicht abdunkeln konnten. Und alles nur, weil das blöde Babybett in keines der beiden Schlafzimmer gepasst hat *dislike*, da mussten wir erfinderisch werden. Ab dem dritten Tag, hatten wir den Dreh raus. Wir sind ja Profis.

Zum Abendessen haben wir es uns einfach gemacht. Da wir ja auch mit meinen Schwiegereltern in den Urlaub gefahren sind, sind wir abends auswärts zum Essen in ein Restaurant gegangen. Auf Pizza und Nudeln. Da das mit Kindern immer ein kleines Erlebnisdrama wird, so auswärts essen, haben wir den Aufenthalt im Restaurant recht kurz gehalten. Mit dem Maxi und dem Mini gings, aber der Midi musste beschäftigt werden. Den mussten wir immer wieder einfangen. Dem hab ich Malstifte und ein Blatt Papier besorgt.

Tag 9: Heute stand auf dem Plan mit der Fähre zu fahren. Ein netter Tagesausflug der nicht allzu lange dauerte. Heute wollten wir mal ein bisschen zuhause bleiben und dort mal gemütlich chillen. Chilltag für alle, sozusagen.

Tag 10: Heute sind wir mal Barfuß im Watt umhergestapft. Ohne Guide. Lustig wars. Und matschig. Man marschiert so durch das Watt und hängt seinen Gedanken nach. Man wird allerdings immer wieder aus seinen Gedanken gerissen, weil einem der wirklich glitschige Matsch zwischen den Zehen durchläuft und sich das alles schon gewöhnungsbedürftig anfühlt und nicht zu sprechen davon, wie sehr sich die Kinder eingesaut haben „Mama, schau mal…“ – Spaß muss auch sein.

Vor der Heimfahrt durften wir uns mit einem Wasserschlauch abspritzen… kalt abspritzen… aber lieber kalt sauber als wirklich alles einsauen, wir mussten ja mit dem Hänger nach Hause. Und der war ja nur geliehen.

Abendessen gabs heute bei den Schwiegers in deren Fewo, in ihrer Mini-Küche. Pfann- kuchen hat sie für uns gemacht. Wir mussten in Schichten essen *grins* aber lecker wars. Die Franzosen essen auch über Stunden. Ich hatte beim Essen den Mini im Arm, da er eingeschlafen war. Mein Arm war schon ganz verkrampft als wir später nach Hause sind. Meine Schwiegers hatten ihre Fewo nur um die Ecke von uns, das war ein Katzensprung zu uns nach Hause.

Wir hatten für einem Tag eine Wattwanderung gebucht und da es so stürmisch war wurde diese nach drinnen verlegt und es gab Inside die Theorie zur Wattwanderung. Was auch sonst, im Haus gibt’s ja kein Watt oder Meer. Das war mal langweilig. Wir haben uns Muscheln angeschaut. Der Midi konnte gar nicht still sitzen, so langweilig war es.

Einmal hatte uns die Insel herausgefordert und wir strampelten wieder mal bei Gegenwind die Strasse entlang. Böse-Insel 2.0. Aber nicht nur mit fiesem Gegenwind, sondern dieses Mal auch noch mit Regen. Alle in Kolone. Die Regentropfen peitschten uns nur so durch die Gesichter. Ich hatte den Gedanken, nie wieder Fahrrad zu fahren. Aber das sind mal so ganz andere Erlebnisse zum Alltag Zuhause und das war somit genau das Richtige.

Zuhause fahre ich jeden Meter mit dem Auto, egal wohin. Lange Zeit konnte ich nicht Fahrrad fahren, da ich entweder schwanger war oder mit dem Mini ja nicht Fahrrad fahren konnte. Dann war es Winter. Da wir für die Insel einen wirklich super praktischen Hänger für die Zwerge bekommen konnten, konnte ich endlich auch wieder Fahrrad fahren. Zudem war der Mini groß genug dafür. Und es gibt einem so eine Grundentspannung, denn hier fährt man egal wohin, einfach mit dem Fahrrad. Oder man läuft. Man könnte es auch entschleunigen nennen. Es hat wirklich Spaß gemacht.

Morgen geht’s wieder nach Hause! Alles in Allem war es ein sehr schöner Urlaub, alles was wir gemacht haben, war entspannt. Mal was anderes, als den Alltagsscheiss. Wir waren jeden Tag beschäftigt und konnten jeden Tag was Schönes unternehmen. Am Stand Spazierengehen. Radfahren im kleinen Stil und Radfahren im großen Stil. Viel an der frischen Luft. Wir hatten einige Tage, mit nicht so tollem Wetter, aber das hat uns nicht aufgehalten. Die Sonne kam auch oft raus. Und mein Auto habe ich gar nicht vermisst.

Die Fahrt nach Norderney hatten wir kurzfristig doch mit dem Zug geplant. Wir dachten, die Kinder und wir hätten mehr Zeit für uns und den Kindern wäre nicht so langweilig. Weit entfernt. Wir fahren nie wieder mit dem Zug in den Urlaub. Da lob ich mir das stundenlange Autofahren, wo jeder auf seinem Platz sitzen bleibt und nicht mehr tun kann als er soll.

Der Maxi wollte beim Umsteigen keine Taschen tragen, den Midi musste man an die Hand nehmen, ich hatte den Mini in der Trage vorne, der alle zwei Stunden schlafen wollte und in meiner rechten Hand eine riesen Reisetasche zum ziehen. Ich glaube, in diesem Urlaub habe ich mir meinen Rücken kaputt gemacht.

Im Zug wollte der Midi nicht ruhig sitzen und unsere Vorstellung, dass er stundenlang, wie sonst auch (fail!!!), am Tablet sitzt, ist leider falsch gewesen. Er hat Wettrennen mit sich selbst gespielt und war es leid, leise zu sein. Warum auch immer leise sein. Er rannte den Flur auf und ab und turnte am Geländer herum. Die Fahrgäste der 1. Klasse hatten sich ihre Ruhe vergebens gekauft.

Der Mini wollte bei dem grellen Pathologie-Licht und der ständigen, wirklich lauten Durchsage des Schaffners, einfach nicht schlafen. Daher haben sich mein Mann und ich abgewechselt und ihn rumgetragen. An selber schlafen war somit nicht zu denken. Entsprechend waren wir dann auch müde und vom Schleppen am Ende. Also, die Anreise in den Urlaub, kann gerne gänzlich aus der Erinnerung gelöscht werden.

Nach Hause, haben wir zwei Taschen mit der Post vorausgeschickt. Die waren nur 1 Tag nach uns da und es hat wirklich nicht viel gekostet. Hah, was es alles gibt. Hätten wir das vorher gewusst, hätten wir unser Gepäck auch in den Urlaub geschickt; und hätten jetzt keine akuten Rückenschmerzen.

So, das war er, unser Urlaub in Norderney. Lustig, gemütlich, entspannend und anstrengend. Toll. Gerne wieder; aber nicht mit dem Zug und ohne unsere doofen Taschen, die wir maßlos überladen haben.

Viele Grüße aus der Mamawelt36


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Verfasst von

Ein Mamablog über das Mama-sein und das wundervolle Leben mit unseren Kindern: bunt und lebendig.

3 Kommentare zu „Urlaub auf Norderney

    1. Hallo, ja also das ist zu dieser Jahreszeit bestimmt sehr kalt. Wir waren im Juli dort, da geht es, aber ohne Jacke is noch nicht. Es ist schon sehr windig dort.
      Danke fürs Folgen.
      Alles Gute :-)

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