3. Kind – No Way!

Schon mit 18 Jahren wollte ich immer 3 Kinder. Und das durchgehend, durch alle Phasen meines Lebens. Angefangen da, als ich noch gar keine Ahnung von Kindern hatte, über „I am Babysitter“. Bis hin zu „Unmittelbare Kleinkinder in der Familie“. Ich weiß gar nicht warum, ich hatte da so romantische Vorstellungen davon, 3 liebevolle, anständige und brave Kinder zu haben, die schön im Wohnzimmer spielen, während ich nebenan in der Küche bin und koche oder so.

Dann war´s soweit, bääämm 31, 32, 33, schwanger! 18, 23, Zuhause ausgezogen. Älter geworden. „The best Job ever“ gefunden, viele Nieten kennengelernt. Traummann gefunden, geheiratet. Ein wenig Zeit haben wir uns gegeben, aber dann waren wir aktiv bei der Babyplanung. Dann wurde es also ernst. Mit 33 war ich also zum ersten Mal schwanger.

Also, dass ich Kinder möchte, stand ja schon längst fest. Eins, zwei, ja drei Kinder wären doch toll. Ok, fangen wir mit Nr. 1 an. Das war lustig, weil; ich lag mit den Wehen im Kreißsaal und bin da so 15 Stunden vor mich hingedümpelt. Hatte PDA, also war im Chillmodus *peace* und als die erste Wehe kam, pressen!  „Ohhh mein Goooott, nie wieder ein Baby!“ …dann war die Wehe wieder weg: „naja, so schlimm wars jetzt auch wieder nicht“. Ein Geschwisterchen geht schon noch. Lalala. Man denkt so vor sich hin und dann wieder „ahhhhhhh, hu hu hu… wehe… shit… hu hu hu… fuck, atmen… aahhhhhhh fuuuuuuck, niiieee wieder, Leuteeee, nieeeee…, aahhhhhh… dann war sie wieder weg. Die Wehe. Verdammte Axt. Doch doch, mindestens ein zweites Kind will ich haben.

Ich habe jetzt mittlerweile zwei eigene Kinder (2 und 4) und einen Stiefsohn mit 13 Jahren. Also der Große ist mitten in der Pubertät und meine zwei Affen sind in der Testphase. Der Mini wartet erst gar nicht, bis er 3 Jahre oder 4 Jahre alt ist, nein, er zieht gleich mit dem Midi mit. Wie ein Verhaltens-Papagei.

Mein Midi dreht sich singend im Kreis und trällert ein Lied, der Mini zieht mit und plärrt hinterher. Mein Maxi spricht in Ghetto-Sprache irgendwas daher, der Mini machts nach, aber wie gut. Und die komischen Handbewegungen, die diese Teenies heutzutage immer machen. Letztens bringe ich meinen Mini ins Bett und sage „Gute Nacht, mein Schatz“ da zeigt er mir die Faust und schaut blöd dazu. Whaaattt?? Das ist doch nicht dein Ernst, oder? Zeigt mir dieser 3 Käse hoch die Faust. Ich lache, und er kichert zurück. Ich sage zu ihm „bei dir piepst es wohl ein wenig“ er kichert sich krumm und lacht laut.

Ich habe ja wirklich tolle Kinder, aber ich sag’s Euch; nix mit anständig und brav zuhause, im Wohnzimmer, während ich in der Küche das Abendessen zubereite. Ich habe nicht nur zwei wildgewordene Affen, sondern der Teenie ist grad genauso schlimm.

Und jetzt auch noch ein Drittes, Eigenes? No Way!

Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, was das bedeuten würde: 3 Kinder bzw. 4 Kinder bedeuten ein größeres Auto. Und zwar ein viel größeres Auto. Ich will doch nicht mit dem LKW in den Supermarkt fahren. Idealerweise ein weiteres Kinderzimmer. Wo soll ich denn bitte aus meiner 4 Zimmer Doppelhaushälfte ein 4. Kinderzimmer herholen? Ja, soll ich vielleicht im Keller schlafen?

Mal abgesehen von der Tatsache, dass meine Zwei ja ganz oft immer ganz solidarisch zusammen weinen. Der Mini ist total übermüdet, will aber nicht schlafen und hat sich gerade mit dem Midi gezankt. Der Midi weint bitterlich; nicht weil er nicht TV schauen darf oder keine Schokolade mehr bekommt, nein nein, er weint bitterlich, weil er grad gegen die Gartenmauer gerannt ist und sich das Knie blutig geschlagen hat. Ja, Mama, your turn.

Kümmere ich mich zuerst um den kleinen Schatz, der eigentlich nur müde ist und Zuwendung braucht oder zuerst um das blutige Knie und den dabei entstandenen emotionalen Zustand? Ja so schauts nämlich aus und ehrlich, wenn der Dritte noch im Haus ist, muss ich schauen, dass er nicht die Küche abfackelt, weil er meint, sich jetzt um 11 Uhr morgens, selber Reiberdatschi zum Frühstück machen zu müssen. Also ein drittes Kind ist doch undenkbar. Maximale Auslastung bei Maximaler Kapazität.

Mein Mann sagte immer „Wenn wir mal 2 Kinder haben, dann spielen die immer miteinander“, hahh, dass ich nicht lache, wann fangen die denn damit an, bitte?

Es ist doch immer so, es gibt gute Tage und es gibt schlechte Tage. Viele Tage sind anstrengend. Manche nicht so. Aber jeder Tag bedeutet Arbeit und fast jeder Tag bedeutet sehr, sehr wenig Freizeit für mich. Also sogar mit zwei Kindern sind die Minuten, die ich mal kurz für mich habe, gezählt. Ich bin an manchen Tagen echt schnell genervt, ich stemme das Meiste mit den Kindern alleine, mein Mann räumt dafür die Spülmaschine ein, aber er ist auch tagsüber zwischen 8 und 10 Stunden beim Arbeiten.

Heute sitze ich mal um 23:54 Uhr bereits 3 Stunden hier und schreibe. Ok, dazwischen schnell noch einen Kuchen gebacken, aber das habe ich vielleicht alle 6 Monate mal. Und der Tag hat zu dieser Ausnahme beigetragen. Die Kinder haben fast den ganzen Tag nicht geschlafen, kein Mittagschlaf, viel Getobe. Abends, die Rackerbande einfach um 20:30 Uhr ins Bett geschmissen. Der Mini geht ja abends brav ins Bett, der war echt fertig. Aber der Midi geht sonst nie um diese Zeit ins Bett; wenn ich Glück habe, eine Stunde später, sonst zwei Stunden später. Tja, was soll ich sagen, er ist eine Nachteule.

Um 20:45 Uhr sagte ich zu meinem Sohn, dass es fast schon halb 10 ist, es war einfach schon über ne halbe Stunde später. Und, was sagt dieses ausgekochte Schlitzohr doch glatt zu mir „Mama, heute ist es noch gar nicht so dunkel, wie gestern, als wir ins Bett sind“ – da laust mich doch der Affe! Ja, mein Schatz, heute wird es später dunkel, ähh.

Es zanken sich nicht drei Kinder, nein, sondern vier Kinder. NO WAY!

Aber habt ihr auch schonmal darüber nachgedacht, wie spannend es ist nochmal schwanger zu sein? Nochmal so einen kleinen süßen Wurm in Euch rumzutragen und das 9 Monate lang. Die Arztbesuche, zu denen man ganz aufgeregt hingeht, weil man so gespannt auf das nächste Ultraschallfoto ist.

Man wird immer so überfreundlich behandelt von den Leuten, wenn man wohin kommt. Die Post. Die Bank. Der Bäcker. Und jede Sitzmöglichkeit im Kaufhaus, die eigentlich keine ist, wird dann noch quasi extra gepolstert für mich. *lächel*.

Ach, die kleine winzige Kleidung wieder kaufen. Anziehen. Waschen. Ach, ich bin entzückt. In diesem Moment, steigt mir der Geruch von diesem süßen kleinen Fratz in die Nase und ich denke mir: ja, also noch einmal einen kleinen Wurm in die Welt setzen und stillen, ja, warum denn eigentlich nicht?!

Stellt Euch mal ein Familienfest in 20 oder 30 Jahren vor. Und jeder bringt seine Kinder mit. Ja pfiadi Gott. Wir brauchen einen Gemeindesaal, allein für das Sonntagstreffen zum Mittagsessen.

Momentan, läufts Nachts grad gut bei uns. Alle schlafen durch. Toi toi toi (morgen bereue ich, das gesagt zu haben). Nachts will keiner mehr Milch… nachts um 2 Uhr oder 4 Uhr. Oder um 1 Uhr, wenn ich endlich nach 30 Minuten wälzen endlich eingeschlafen bin und gerade mal weitere 30 Minuten geschlafen habe (grrrrr). Es läuft eigentlich den ganzen Tag; wir haben unseren Ablauf und sind gut organisiert.

Jetzt im Sommer ist es auch noch (relativ) einfach, da sind die zwei Affen mal Wochenlang am Stück gesund. Und wir sind den ganzen Tag im Garten. Aber wehe, es wird Herbst oder Winter. Die zwei geben sich die Klinke in die Hand. Fieber, Husten, Hand-Mund-Fuß. Sobald ein Kind (oder Gott bewahre, beide) krank sind und zuhause bleiben müssen, komme ich nicht zu meiner Hausarbeit. Und auch hin und wieder, wichtig: Zu meiner Freizeit! Sogar zum bloggen komme ich nur ganz gezielt.

Ein Problem haben wir noch, aber das werde ich angehen. Wir haben keinen Babysitter. Die eine Oma wohnt zu weit weg und ist schon recht alt. Und die andere Oma: ist recht alt. Wenn die auf unsere Zwei aufpassen, kommen die immer zu zweit. Also der Opa kommt mit. Puhh, habe ich schon gesagt, dass wir dringend einen Babysitter brauchen?

Wenn ich mir jetzt vorstelle, jetzt noch so einen wunderschönen kleinen süßen Fratzi zuhause zu haben, dann schmelze ich dahin. Aber der will ja ca. alle zwei Stunden gestillt werden. Mein Midi steigt mir aufs Dach, wenn ich mit sowas daherkomme. Und mein Mini. Ich weiß gar nicht, wie er das finden würde. Momentan nimmt mein Mini es ganz toll, der Zweite zu sein. Der ist so einfach zu handeln.

Immer mal wieder bekommen wir Panik wegen einem Tropi-Kind (Trotz-Pille). Aber das entpuppt sich dann immer wieder als falscher Alarm. In diesem Urlaub schon wieder. Und es ist echt lustig, es ist immer wieder die gleiche Art der Unterhaltung: ähm, ich habe so auffällige Beschwerden, „ja?“ „ja!“, „aber wir nehmen doch die Pille“ „hm ja, aber dennoch ist es komisch“ „Tage?“ „Hm…“. Und dann kommt die Antwort von meinem Mann: „Bevor ich hier keinen bestätigten Nachweis vorliegen habe, werde ich nichts dazu sagen“. Der ist schon regelrecht genervt vom falschen Alarm.

Was Gutes hat es. Wenn ich „nicht-schwanger“! bin, muss ich mir über gar nichts Gedanken machen. Nicht darüber, ob ich das Baby will oder nicht. Nicht darüber, wie wir das finanziell lösen oder wie wir das logistisch lösen, mit 4 Kindern.

Mit 4 Kindern in den Urlaub fahren, das macht man dann nur einmal im Jahr, ansonsten wird das Zelt im Garten aufgebaut. Und ich bin dann erleichtert. Aber der Gedanke schwanger zu sein und doch nochmal ein Baby zu bekommen, erfreut mich immer wieder besonders.

Ich glaube mit 4 Kindern ist keine Zeit mehr da, für nichts. Keine Zeit mehr für Hobbys. Keine Zeit mehr für Freizeit. Keine Zeit mehr, genug zu schlafen. Oder für Spontanität. Und ich bin der Meinung, es bekommt auch keiner mehr genug Aufmerksamkeit. Die wenige Zeit, wird durch 4 geteilt. Mein Midi ist jetzt schon ganz grün und blau vor lauter Eifersucht.

Wenn 4 Kinder schreien, wo renn‘ ich zuerst hin. Zum Kleinsten oder zum Großen mit dem blutigen Bein. Ich denke, es wird logistisch ein echtes Problem. Für mich. Andere mögen das vielleicht hinkriegen, aber sicherlich nicht ohne Stress und verbiegen. Und auch, wenn ich mir das anfangs mit zwei Kindern noch nicht so gut vorstellen konnte, so komme ich mit zwei Kindern heute eigentlich ganz gut zurecht. Bis auf die Tatsache, dass wenig Zeit für mich da ist. Das ist im Moment noch ok, aber auf lange Sicht, brauche ich auch etwas Zeit für mich. Und das ist wichtig. Jeder Mensch und vor allem jede Mutter, braucht Zeit für sich, um wieder neue Energie zu tanken.

Ach, was für ein Jammer… nochmal so ein kleiner Wurm, wäre schon schön.

Viele Grüße aus der Mamawelt36


Gefällt Dir meine Mamawelt36?
Verpasse nichts mehr und folge meinem Blog.

Besuch mich auch auf Facebook!
Ich freue mich über ein „like“.


Verfasst von

Ein Mamablog über das Mama-sein und das wundervolle Leben mit unseren Kindern: bunt und lebendig.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s