30 typische Elternsätze – Gegenpost

„Mamacheck“ hat einen Artikel geschrieben, über „30 typische Elternsätze“. Ich möchte Euch heute einen Gegenpost dazu schreiben. Die Sätze haben mich gleich animiert, etwas zu schreiben.

Aber seht selber:

Dafür bist du noch zu klein.

Also da schau ich echt penetrant genau drauf, dass ich das nicht sage: meine Alternative lautet: Wenn du mal größer bist, darfst du das auch machen. Nicht „Du bist zu klein“, sondern „Das Fahrrad ist zu groß für Dich“.

Es ist mir egal, was die anderen dürfen.

Stimmt. Aber ich ergänze den Satz mit „Du bist mir wichtig, nicht die anderen“.

Du setzt die Mütze jetzt trotzdem auf.

Hier formuliere ich um: Schatz, setz die Mütze auf, wir brauchen sie jetzt.

Sonst gibt es keinen Nachtisch.

Der Satz ist doof und den sag ich nicht. Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen dem „Fehlverhalten“ und dem Nachtisch.

Hast du deine Hände gewaschen?

Hahaa, immer, wenn er von der Toilette kommt. Mein Sohn ist 4,5 Jahre alt, ich kenne ihn. Ich finde das aber auch nicht schlimm. Immer, wenn es um die Sicherheit und das Wohlbefinden geht, ist es wichtig genug, auch etwas sagen zu dürfen. Hygiene ist sehr wichtig.

Ich unterhalte mich gerade mein Schatz.

Ja ok, das sage ich oft – schlimm? Nee, oder?! Die sollen doch auch Höflichkeit und Anstand lernen.

Andere wären froh, wenn sie das hätten.

Das versuche ich so zu meiden. Es sagt, dass ein Kind ein bestimmtes Gefühl haben soll, was es gerade nicht empfindet. Stell dir vor, jemand sagt dir, „freu dich jetzt bitte“ was denkst du dann? Genau…  – Ich denke es wäre pädagogischer, wenn man sagen würde „Schatz, das ist was Tolles was du hier hast, andere können so etwas nicht haben, weil Sie kein Geld dafür haben. Wir schon, uns geht es gut“ oder so ähnlich.

Alle Gefühle meiner Kinder sind ok und erlaubt. Die Frage ist immer, wie sie damit umgehen. Und es ist unsere Aufgabe, ihnen zu zeigen, wie sie richtig mit Ihren Gefühlen umgehen können.

Wäre schön, wenn du mithilfst.

So ein Satz ist prädestiniert dafür, dass mein Sohn wegschaut und woanders hinläuft und so tut als hätte er mich nicht gehört. Wenn du willst, dass dein Kind mithilft, dann sag ihm, dass er mithelfen soll. Einem 16-jährigen kann man vielleicht sagen, dass es „schön wäre, wenn… „

Jetzt aber ab ins Bett!

Hm… ja, jeden Abend *lach* – Finde den Satz aber auch lustig :-)

Ich zähle jetzt bis 3 … (ich hab noch keinen Plan, was ich nach drei mache…)

Hihi, ja, I confess. Aber je schneller ich zähle, desto eher reagiert er.

Du musst wenigstens probieren

Ich sage: „Probier mal – wenn es dir nicht schmeckt, musst du es auch nicht essen“. Wenn er nein sagt, lass ich ihn in Ruhe. Eltern sind immer etwas vorschnell im Hinblick darauf, was Kinder nicht alles müssen und sollen. Freier Wille, hallloooooo….

Das ist soooo lecker, du weißt gar nicht, was du verpasst.

Nöö, sag ich nicht.

Ich sage es jetzt zum allerletzten Mal! (Ja? Ist das wirklich so??? :)

Daran arbeite ich :-). Bei mir heißt das: „Letzte Warnung“ und dann handle ich aber auch. Da ich allerdings immer in den gleichen Situationen bin, weiß ich vorher schon eine Konsequenz, bzw. überlege ich, warum es nicht funktioniert und setze eigentlich wo ganz anders an.

Sonst hast du nachher beim Abendbrot keinen Hunger. (könnte mir nie passieren)

Ich sage „Ich möchte, dass wir alle zusammen essen“. – Und ich weiß, dass meine Kinder um 17 Uhr einfach Hunger haben.

Hast du „Danke“ gesagt?

Oooops :-)

Nicht schielen, sonst bleiben die Augen stehen!

Nope.

Man muss nicht ständig Neues kaufen. (Sagt die Mutter und kauft sich ihr zehntes Paar Schuhe)

Ich sage z.B. aktuell „jetzt war doch gerade erst Weihnachten. Wir haben doch gerade erst neue Spielsachen bekommen?! oder ersetze durch: „Wir haben doch gestern erst etwas gekauft?!“

Achtung: Heiß!

Hier gilt wieder safety first – Stehe ich dazu, voll und ganz.

Aber halt dich gut fest, ja?

Boah, ich kann mich selber nicht mehr hören :-(

Ich kann auch nicht nur Sachen machen, die mir Spaß machen. (warum eigentlich nicht?)

Jap. „Ich muss manchmal auch blöde Sachen machen“ oder „Ich würde auch am liebsten den ganzen Tag rumschreien, aber ich darf auch nicht“. Wenn ich ihm das so sage, dann versteht er es tatsächlich, er sieht, dass er nicht der Gelackmeierte ist, sondern, dass auch andere das nicht dürfen. Das hilft ihm offensichtlich. Dann motiviere ich ihn mit etwas, was noch vor uns liegt und wo ich weiß, dass er sich freut.

Aber bei meinem Sohn darf ich auf keinen Fall zerren anfangen oder rumschreien. Lieber die Kuscheltour, sonst kann ich meine Jacke gleich wieder ausziehen. Ich schlepp mein 21 kg Kind auch nicht ins Auto und hol mir ´nen Leistenbruch.

Wollt ihr nicht mal rausgehen? Ist so schönes Wetter! (übersetzt: Ich will hier drinnen meine Ruhe)

Meine Übersetzung ist: ihr schaut schon wieder viel zu viel IPad/Fernseher.

Nicht mit dreckigen Schuhen hier durch! Ich hab doch gerade geputzt!

Jap. Ich ergänze bzw. setz noch einen oben drauf: Ich putze nicht den ganzen Tag nur hinter Euch her – den oberen Satz find ich jetzt aber auch nicht so schlimm. Is ja was dran. Aber meiner is gemein. Den sag ich auch nur, wenn der Kessel mal richtig am Dampfen ist.

Nimm dir lieber einen Teller, das krümelt so.

Hmm….  bei uns gibts zum Essen immer einen Teller! Sogar Gummibären oder Backerbsen gibts in der Schüssel, auch wenn sie meinetwegen damit rumlaufen müssen. (tja, mein Mann ist das Vorzeigebeispiel, leider; aber mit Teller gehts schon).

Die Hose ist doch gerade frisch gewaschen.

„Neben deinem Teller liegt ne Serviette“.

Noch eine Sendung, dann kommt der Fernseher aus.

Nöö – Noch eine Sendung, dann gehen wir ins Bett / raus / malen wir etwas

Ich bin auch müde und schreie hier nicht so rum.

„Du darfst müde/sauer/wütend/traurig sein, aber schrei hier bitte nicht so rum. Schrei ins Kissen oder in den Eimer rein, wenn du schreien willst“. (Wir hatten das Thema auch schon)

Erst kauen, dann runterschlucken.

Nö, so nicht. Manchmal sag ich: „Schatz, eine ganze Maultasche ist zu groß für deinen Mund“ – und dann halbiere ich die Maultaschen.

Ich sage das nicht, um dich zu ärgern, sondern weil es besser für dich ist.

„Das ist keine Strafe, mein Schatz“ – er will immer wissen, ob es eine Strafe ist – und ich sage „ja ich weiß, das ist doof, gell“. Hat überraschend guten Impact.

Nein, nicht gleich – sofort!

Hm ja…  – Allerdings spreche ich Vorwarnungen aus (in 5 Minuten gibt essen) – und ich muss ihn oft schon da abholen, wo er gerade sitzt. *augenroll*

Weil ich das sage.

„Weil ich das so möchte“ – Und ich sag das absichtlich so, damit ich den oberen Satz nicht sage, weil ich ihn auch blöd finde.

Aber wenn wir kurz überlegen, wozu wir ja genau just in dem Moment keine Lust/Zeit/Muse haben, gibts ja immer ein gutes Argument, warum wir das gerade so wollen, das man so auch benennen kann. Immer.

Und jetzt sind mir tatsächlich auch nochmal zwei Sätze eingefallen:

Du darfst erst aufstehen, wenn du deinen Teller leer gegessen hast.

Ich finde, der Satz ist überhaupt nicht mehr zeitgemäß und völlig veraltet. Und ich finde auch, dass ein Kind noch nicht so gut abschätzen kann, wieviel es essen kann. Diesen Satz sage ich nie. Allerdings achte ich beim nächsten Mal darauf, dass sich mein Sohn weniger auf den Teller nimmt. Und ich mache ihm klar, dass er künftig auch erstmal lieber weniger nehmen soll, aber er sich satt essen darf und er sich gerne nochmal nehmen darf, wenn er danach noch Hunger hat.

Es ist auch so, dass mein Mann und ich auch mal etwas übriglassen und nicht mehr essen oder auch wenn etwas nicht schmeckt. Also gleiches Recht für alle. Aber im Rahmen bitte.

Solange du deine Füße unter meinen Tisch stellst, machst du was ich sage.

Total veraltet. Und total doof.

 

So, das ist meine Gegenanzeige. Ist ein lustiges und tolles Thema. Danke an Mamacheck.de, hat Spaß gemacht darüber nachzudenken und darüber zu schreiben :-)

Lasst es Euch gut gehen, das neue Jahr hat bereits angefangen.

Viele Grüße aus der Mamawelt36


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4 Kommentare zu „30 typische Elternsätze – Gegenpost

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