Vom Leben & Tod

Keine Bange, ich bin nicht abgestürzt oder in tiefe Depressionen gefallen. Ich weiß, ich habe lange nichts geschrieben, aber ich sag’s Euch wie es ist, ich finde derzeit kein Thema.

Heute schreibe ich einmal über ein nicht so erfreuliches Thema. Thema Leben & Tod. Der Tod gehört zum Leben, wie die Übelkeit nach einer Leberkassemml zu viel. Derber Vergleich? ja! Das hört sich vermutlich entsetzlich an, aber ich meine das nicht lustig, ich bin auch nicht gemein, das ist leider Tatsache, die auch ich nicht vermag, schön zu reden. Aber konzentrieren wir uns nicht nur auf den Tod, sondern auch auf das Leben.

Auch wenn der Tod grauslig ist, traurig und finster, so gehört er doch zum Leben dazu. Wir können es tatsächlich nicht schönreden. Wir können nur hoffen, dass wir so lange wie möglich leben. Sofern wir das wollen. Der eine will 100 Jahre alt werden, der nächste sagt: „Gott bewahre!“. Wir selber wollen natürlich, dass unsere Lieben so lange, wie nur möglich, leben. Und daran halten wir uns fest.

Es gibt zwei Dinge die wir MÜSSEN: sterben und Steuern zahlen. Ist so. Und wieder bin ich nicht belustigt darüber.

Manchmal ist man in einer Situation, da will man einfach nur noch sterben, weil man schwer krank ist oder seine Latten nicht mehr ganz am Zaun hat. Ok. Manchmal, kann so etwas auch eine Erlösung sein. Vielleicht nicht für die Angehörigen, aber für den Patienten.

Oder, wenn in der Familie plötzlich jemand stirbt, ist man genauso plötzlich mit dem Thema Sterben, Testament und Verfügung konfrontiert. Mit Beerdigung und Erbe. Und man befasst sich mit dem Thema, mitten im Leben, mit seinen 30, 38 oder 45 jungen Jahren. Und es macht einem eine Heidenangst. Plötzlich stellt man sich ständig die Frage: „Was ist, wenn…“! Und schiebt das Thema bitterlich wie mühevoll genauso wieder beiseite.

So grauenvoll und ekelhaft es sich anhören mag, aber es bewährt sich, seinen letzten Willen niederzuschreiben und festzulegen. Denn, wenn der Sensenmann einen mal mitgenommen hat, kann man nicht mehr für sich selber sprechen und auch seinen letzten Willen nicht mehr kundtun.

Ja, was will ich denn eigentlich? Wie will ich es denn eigentlich? Wenn ich es nicht weiß, woher sollen es die anderen dann wissen. Man ist plötzlich konfrontiert mit dem Tod, den man sich wegdenkt, als würde er dann schlichtweg nicht eintreten und man schiebt das Thema auf einen späteren Zeitpunkt.

Es heißt doch ständig „carpe diem“, „Lebe das Leben“, „Sieh´ nach vorn“, „Erfreue dich an dem, was du hast“. Und ja natürlich, das müssen wir auch. Sollen wir auch.

Wir würden doch das ganze Leben und die schönen Dinge verpassen. Die Freuden des Lebens, wenn wir uns ständig und die ganze Zeit Gedanken darüber machen würden, dass wir einmal sterben werden. Jedoch gibt es einen Moment im Leben, in dem wir besser unseren letzten Willen festlegen sollten.

Es gibt bestimmt auch Menschen, die leben so ihr Leben und die haben irgendwie ein gutes Leben. Und irgendwie trifft aber auf diese Menschen ein Schicksalsschlag auf den nächsten und tapfer werden diese Ereignisse hingenommen. Immer und immer wieder. Und sie rappeln sich auf. Immer und immer wieder.

Aber dieser Mensch schaut zu, wie das eigene Leben so langsam aber stetig den Bach runtergeht. Schleichend aber stetig. Am Ende wirkt alles aussichtslos. Ohne Perspektive. Ohne Motivation.

Depressionen lassen ein normales Leben nicht mehr zu und 100 kg später ist man auch nicht mehr so mobil, um alles machen zu können, was man möchte. Der Antrieb fehlt sowieso. Nichts scheint mehr zu klappen. Irgendwie „läufts“ einfach nimmer. (Fast) keiner mehr da. Man selber auch nicht. Man ist nur noch eine Hülle seiner Selbst. Von der Einsamkeit begleitet. Und das über Jahre.

Und dann plötzlich, aus heiterem Himmel, kommt eine Urkraft auf, mit dem Wunsch, sein ganzes Leben neu zu gestalten. Alles zu (ver)ändern. Neu anzufangen. Man will aus dem Kreislauf des Grauens ausbrechen und wieder leben. Aufstehen. Zu den Lebenden zurückkehren. Man trifft den Entschluss. Und dann folgen Vorkehrungen. Vorkehrungen für ein besseres Leben. Ein neues Leben. Vorkehrungen für sehr viele Bereiche. Und das auch noch vermeintlich alleine.

Nur jemand der übergewichtig ist mit 150kg, weiß, was es bedeutet 70kg abzunehmen. Man gibt Gas, ist offensichtlich motiviert und gewillt etwas zu verändern und wieder aufzustehen. Aufzustehen und auch zu laufen.

Nach all der Zeit, nach all den Jahren. Nach all den Qualen und der Trauer um die, die viel zu früh von einem gegangen sind, wieder aufzustehen und sein komplettes Leben zu ändern. Das muss eine Urkraft sein, die da zutage kam, eine Urkraft, die über jede Maßeinheit hinausgeht.

Und plötzlich klingelt da einfach mir nichts, dir nichts, der Sensenmann an der Türe und sagt: „Jetzt ist es zu spät! Du kommst heute mit mir!“ Und er nimmt ihn an der Hand, mit auf seine letzte Reise ins Paradies.

Vielleicht hatte dieser jemand eigentlich eine ganz anderes Reise in ein ganz anderes Paradies geplant. Ein Paradies mit Strand und Meer und Sonne. Eine Reise der Zuversicht. Der Veränderung und der Motivation. Aber es sollte das himmlische Paradies sein.

Keiner weiß, woher diese Motivation und dieser Wille kam, aufzustehen und zu sagen, „Jetzt reicht´s! Ich will mein Leben zurück“. Und dann bekommt er stattdessen einen Platz beim Allmächtigen und zwar in der ersten Reihe.

So etwas gibt es bestimmt auch. Ist das fair? Ist das richtig? Schicksaal oder schlicht eine physische Entwicklung?

Wir sollten im Hier und Jetzt leben. Denn viel zu schnell zieht das Leben an einem vorbei und man stellt fest, dass man noch Einiges hätte tun wollen.

Ich denke, dass es wichtig ist, dass wir unser Leben und unsere Träume leben und das tun, was wir schon immer tun wollten. Wir schieben immer alles auf. Mach ich morgen. Nächste Woche. Nächstes Jahr. Irgendwann. Und dann ist plötzlich die Zeit vorbei und es ist zu spät.

Aber jetzt ist die Zeit. Das Leben ist jetzt. Wir sollten mutig und vielleicht auch mal nicht so bedacht leben. Aber dafür glücklich. Wir sollten das Leben leben. Wir sollten unser Leben feiern. Denn viel zu schnell klingelt der Sensenmann an der Türe und sagt: „Du kommst heute mit mir“! …und wir hätten noch soviel vor gehabt.

Mögen alle Verstorbenen in Frieden ruhen.

Eure Mamawelt36.


Verfasst von

Ein Mamablog über das Mama-sein und das wundervolle Leben mit unseren Kindern: bunt und lebendig.

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